Hier eine kleine, nicht unbedingt auf das Wettgesch?ft, sondern den Sport selber, bezogene Saisonbilanz und ein Ausblick auf die n?chste Spielzeit.
Zun?chst einmal alle Weltranglistenturniere und ihre Sieger:

Shanghai Masters: Ronnie O'Sullivan (10-5 vs Liang Wenbo)
Grand Prix: Neil Robertson (9-4 vs Ding Junhui)
UK Championship: Ding Junhui (10-8 vs John Higgins)
Masters: Mark Selby (10-9 vs Ronnie O'Sullivan)
Welsh Open: John Higgins (9-4 vs Ali Carter)
China Open: Mark J Williams (10-6 vs Ding Junhui)
Weltmeisterschaft: Neil Robertson (18-13 vs Graeme Dott)

Im Folgenden ein paar selbstgebastelte Top3-Rankings:



Willkommen Zur?ck!


Platz 3: Steve Davis
Da spielt sich der gro?e alte Mann des Snookersports also tats?chlich noch einmal in den Vordergrund, und dann auch noch bei der WM. Starker Kampf in Runde 1 gegen Mark King, sehr seltsames Match gegen John Higgins, zu dem wir an anderer Stelle noch zu sprechen kommen, in Runde 2 - wobei man ihm nicht absprechen konnte, dass er dann und wann durchaus sogar noch schicke Breaks auf den Tisch zaubern kann - und ein paar sch?ne B?lle im Exhibition-Match gegen Dennis Taylor. Das dann schmucklose Ausscheiden in Runde 3 gegen den sp?teren Weltmeister Neil Robertson muss hier nur der Form halber erw?hnt werden; viel wichtiger finde ich die Feststellung, dass es sehr nach Abschied roch. Nicht nach gewolltem Abschied, Steve Davis wird vermutlich noch in 10 Jahren gegen das Ausscheiden aus den Top 64 k?mpfen, aber ich bezweifle, dass Davis es n?chstes Jahr wieder soweit schafft. Dass er sich ?berhaupt qualifiziert. Aber: Danke f?r die sch?nen Stunden dieses Jahr.

Platz 2: Graeme Dott

?bersichtliche Saison, aber was f?r eine Erscheinung bei der WM! Ganz abgesehen davon, dass er als Spieler mit Pers?nlichkeit und hartem pers?nlichen Schicksal ohnehin Sympathie verdient: Sein Stilwandel vom ?den Defensivhans zum Offensivwunder war einer der Lichtblicke der WM, als dann sein Manager Pat Mooney offenbar das Geld ausging und er in die Falle der News of the World tappte, stand Dott kurz vor der Sensation, dem Titelgewinn. So war er offenbar in diverser Hinsicht gehandicapt und verlor dann auch. Dennoch einer der Hoffnungstr?ger f?r die kommenden Jahre, auch wenn er die Leistung selbstverfreilich n?chste Saison erst einmal best?tigen muss. Ist aber immerhin wieder in den Top 16.

Platz 1 und strahlender Sieger: Mark Williams

Was f?r eine Erscheinung, was f?r eine joy to watch. Lass die anderen ruhig ihre Safetys spielen, Mark J wird immer auf das Lochen gehen. Und dieses Jahr sehr erfolgreich, der Sieg in China spricht B?nde, dazu h?tte er ohne sein Lospech sicher noch ein paar mehr Punkte gutgemacht. So ist der Dominator der fr?hen Nullerjahre endlich wieder da, und das sicher nicht zu lasten des Publikums.



Gr??te Entt?uschungen wo gibt

Platz 3: Mark Allen

Zugegeben: Diese Platzierung ist vollkommen ungerechtfertigt. Mark Allen spielte teilweise sensationelles, zumindest immer offensives Snooker, ?berraschte dabei den ein oder anderen und ist immer noch beneidenswert jung. Aaaber: Er schied in den wichtigen, engen Partien stets aus und das wird er ?ndern m?ssen. Beh?lt er seine Unbek?mmertheit aber bei, wird es ihm sicher gelingen, nicht zu Unrecht gilt er als world champion in wait.

Platz 2: Marco Fu

Auch hier ein "Zugegeben": Zugegeben. G?be es f?r die kurzen Distanzen, die wir aus der Championship League kennen und mehr oder weniger lieben gelernt haben, Weltranglistenpunkte oder zumindest ein wenig mehr Ansehen, Marco Fu k?nnte diese Saison als sehr gelungen ansehen, gewann er die CL doch immerhin und sicherte sich so seinen Platz in der Premier League.
In den Turnieren spielte er hingegen denkbar ungut, kam nur einmal in ein Viertelfinale (nach Siegen gegen Gr??en namens Bjorn Haneveer und Nigel Bond) und wirkte oft nicht ansatzweise so anwesend wie in den Jahren zuvor.
Wird sich enorm steigern m?ssen, um in den Top 16 zu bleiben.

Platz 1 und nicht ganz so strahlender Sieger: John Higgins

C'mon John: Immerhin kann eine WM, zu der man als Titelverteidiger antritt, kaum schlechter verlaufen, als in Runde zwei gegen einen Opa rauszufliegen und sp?ter des Wettbetruges bezichtigt zu werden. Dass ab jetzt nur alles besser werden kann, wird ihn auf Snookerebene allerdings nicht viel helfen, droht ihm doch das Karriereende.

Auf die darf man sich freuen:

Platz 3: Martin Gould

Wer als mehr oder weniger (eher weniger, ganz schlecht war er ja nie) Rookie zur WM kommt und dann so verdammt offensiv, ansehnlich und sympathisch spielt wie Martin Gould, dem darf man nicht nur, dem muss man w?nschen, auch in der n?chsten Saison eine gr??ere Rolle zu spielen. Nat?rlich extrem ?rgerlich, einen 12-6-Vorsprung noch aus der Hand zu geben, aber sein Spiel zuvor war eben, ich zitiere mich gerne, offensiv, ansehnlich und sympathisch. Und bemerke, dass der Superlativ fehlt. Nun, den m?ge man sich bitte denken.

Platz 2: Liang Wenbo

Ist endlich in den Top 16 angekommen! Spektakul?rer, junger Spieler, der noch etwas zu unkonstant spielt, aber mit Sicherheit das Potenzial hat, in ein, zwei Jahren wirklich um die Titel mitzuspielen. Diese Saison ja immerhin schon mal Finalist in Shanghai. Das wird ein Gro?er.

Platz 1 und somit geteilte Dominatoren der kommenden Jahre: Neil Robertson und Ding Junhui

Ja. Wer will die stoppen? Klar, ein paar Turniere werden sich noch andere holen, aber im gro?en und ganzen wird es in den n?chsten Jahren keine ernsthaften Konkurrenten der beiden geben, eventuell kann Mark Selby sich dazu noch aufraffen. Robertson ist Weltmeister, Ding Finalist bei quasi jedem Turnier, beide eignen sich grandios f?r die Vermarktungsstrategien des neuen Snookerboss' Barry Hearn: Robertson ist einer der vermutlich attraktivsten (spielerisch und - ja: generell) Spieler, dazu noch jung. Ding ist ebenso jung und Chinese, hat also vermutlich die meisten Daumendr?cker der Main Tour.


Weiter gehts: am 6. September mit dem Shanghai Masters.