Der 12. und damit letzte Event der PTC-Serie vor dem großen Finale findet von Freitag bis Sonntag in Prag statt.
Gespielt wird, wie in der PTC-Serie üblich, jeweils Best of 7 - von Runde 1 bis ins Finale. Eine Besonderheit ist sicherlich das Teilnehmerfeld: Viele Spieler sparen sich die Reise zu diesen kleineren Turnieren, Ronnie O'Sullivan wird definitiv fehlen, ebenso Stephen Hendry, vermutlich auch Neil Robertson. Ding Junhui, Liang Wenbo und Marco Fu sind noch bei den Asian Games - und auch ansonsten dürften sich einige Spieler die Reise sparen.
Um in das oben erwähnte Finale zu kommen, muss man in den Top 24 der Order of Merit sein - dort werden alle Punkte, die die Spieler innerhalb der PTC-Serie diese Saison gesammelt haben, addiert. Dazu muss man eine bestimmte Anzahl der Turniere besucht haben - John Higgins und Ding Junhui werden sich demnach, obwohl sie in den Top 24 sind, nicht für das Finale, das in Irland ausgetragen wird, qualifizieren.
Relativ sicher qualifiziert sind momentan:
Shaun Murphy, Mark Selby, Barry Pinches, Judd Trump, Marcus Campbell, Mark Williams, Dominic Dale, Stephen Lee, Tom Ford, Stephen Maguire, Liang Wenbo, Martin Gould, Marco Fu und Anthony Hamilton. Dahinter kämpfen noch viele um ihren Platz und um Weltranglistenpunkte, die in der PTC-Serie ja auch vergeben werden.
Das Problem, das sich aus diesen recht speziellen Turnieren ergibt: Die Buchmacher trauen sich mittlerweile nicht mehr, outright bets zu veröffentlichen - was nachvollziehbar ist, wenn man nicht weiß, wer letztendlich teilnimmt.
Außerdem werden die Wetten auf Spiele wohl auch nur bis Freitag, ca. 10 Uhr verfügbar sein - die Veranstalter sind bisher nicht durch übermäßige Planungssicherheit aufgefallen, sodass für 13 Uhr angesetzte Spiele auch schon, wenn der Tisch frei ist, um 11 anfangen können. Es steht zu hoffen, dass Bet365 dieses mal zumindest auch zusätzlich zu den Erstrundenmatches den Finaltag ins Angebot nimmt.
Kommen wir nun zu den interessanten Wetten. Leider hat Bet365 bisher nur einige Erstrundenmatches im Angebot - ich hoffe, dass meine Nachfragen im Chat eben geholfen haben, dass noch weitere dazu kommen. Denn Stand Jetzt entgehen uns ein paar schöne Spiele. Beschäftigen wir uns also zunächst mit dem, was wir haben:
Liam Highfield v Michael Holt, Samstag Vormittag
Ich würde es Michael Holt wirklich gönnen, wenn er im letzten Turnier der Serie sein erstes wirkliches Erfolgserlebnis feiern könnte. Er ist als sehr emotionaler Spieler bekannt, der sich bei persönlichen Problemen oder schlechter Form nicht konzentrieren kann - allerdings fällt auch dieses Turnier in eine Zeit, in der er andere Sorgen hat: Sein Vater ist schwer krank. Das hatte Auswirkungen auf die bisherigen Turniere (wo er, was ich ihm hoch anrechne, stets anreiste)
Er kam überhaupt erst drei Mal über die erste Runde hinaus: Einmal - in Fürth im August - biss er sich mit 4-3 gegen Tom Ford durch, siegte danach gegen den Deutschen Patrick Einsle, um dann gegen den Belgier Haneveer auszuscheiden. Zwei Monate später konnte er Matt Selt 4-1 bezwingen, schied dann aber mit 0-4 gegen Marco Fu aus, vor etwa einem Monat konnte er gegen Mark Williams in der ersten Runde bestehen - allerdings auch nur, weil Williams nicht angereist war. In Runde 2 war dann auch gegen Anthony McGill mit 1-4 Schluss.
Diese anhaltende Erfolglosigkeit, gepaart mit den persönlichen Problemen, löste in ihm freilich nicht unbedingt weniger Selbstzweifel aus, in dieser Woche machte er öffentlich, dass er über ein Karriereende nachdenkt.
Den Ergebnissen zufolge hat Holt natürlich auch keinerlei Chance mehr auf das Erreichen des Finals, er steht momentan auf Platz 96 der Order of Merit.
Für seinen Gegner Highfield hingegen könnte es kaum besser laufen: Der 19jährige verbringt seine allererste Saison überhaupt auf der Main Tour und hat durchaus noch Chancen, sich für das Finale in Irland zu qualifizieren, er liegt in der Order of Merit auf Rang 36, minus Ding, Ronnie und Higgins auf Platz 33 und nur etwa 1000 Punkte (=Viertelfinale muss erreicht werden) hinter Platz 24. Er kam in immerhin 9 von 11 Fällen über Runde 1 hinaus, scheiterte je einmal an Mark Allen und Allan Taylor. Gleich in seinem zweiten Turnier kam er bis ins Achtelfinale, räumte bis dorthin etwa Judd Trump aus dem Weg. Vor drei Wochen erreichte er sogar das Halbfinale, wo nach einem Sieg über Graeme Dott gegen Stephen Maguire Schluss war.
Wie gesagt, ich würde es Michael Holt wirklich gönnen, wenn er hier ein wenig Selbstbewusstsein (auch im Hinblick auf die bald beginnende Qualifikation zum UK Championship) sammeln könnte - allein sprechen fast alle Fakten gegen ihn. Auch der psychologische Aspekt - man könnte in solchen Situationen immer darauf zurückgreifen, dass der Sportler es nun allen zeigen und sich auch selbst behaupten möchte. Michael Holt aber ist niemand, dem man eine solche Stärke unterstellen könnte.
Daher: Liam Highfield, Quote 2.10 (3/10)
Ich warte Bet365 noch ein wenig ab, vielleicht stellen sie ja noch ein paar Wetten bereit. Ansonsten werde ich morgen früh eventuell noch ne Wette auf Martin Gould posten.


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